Geruchssinn trainieren: Techniken und Tipps
Shewit Hadish
Shewit Hadish

Gründer Heldengrün

June 12, 2025

Geruchssinn trainieren: Techniken und Tipps

Geruchssinn trainieren – so geht olfaktorisches Training

12 Wochen
Mindestdauer für Effekte
2× täglich
Empfohlene Frequenz
4 Düfte
Klassisches Basisprogramm

Was ist olfaktorisches Training?

Olfaktorisches Training ist eine Methode, bei der gezielt an einer Reihe von Düften gerochen wird, um die Geruchswahrnehmung zu schulen oder nach einem Verlust (z. B. durch Viren) wiederherzustellen. Urspünglich für die Rehabilitation nach Riechdysfunktionen entwickelt, wird es auch zur allgemeinen Sensibilisierung des Geruchssinns eingesetzt.

Das Prinzip basiert auf der Neuroplastizität des Riechsystems: Wiederholte Stimulation der Riechrezeptoren soll neuronale Verbindungen stärken und die Verarbeitung von Geruchsreizen verbessern können.

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Wissenschaftliche Grundlagen

Eine grundlegende Studie von Hummel et al. (2009) zeigte, dass Patienten mit Riechstörungen nach 12-wöchigem Training mit vier Düften (Rose, Eukalyptus, Zitrone, Gewürznelke) eine signifikante Verbesserung der Riechleistung aufwiesen.[1]

Weitere Forschungen bestätigen, dass olfaktorisches Training die neuronale Regeneration im Riechepithel unterstützen kann und bei Post-Infekt-Anosmie besonders vielversprechend ist.[2]

Quellen

  1. Hummel T et al. (2009). Effects of olfactory training in patients with olfactory loss. Laryngoscope. PMID: 19235739
  2. Konstantinidis I et al. (2013). Smell and taste disorders in COVID-19 and other viral infections. ORL J Otorhinolaryngol Relat Spec. PMID: 23689671

Welche Düfte eignen sich?

Das klassische Trainingsprotokoll verwendet vier Düfte aus unterschiedlichen Riechklassen:

  • Blumig: Rosengeranieöl oder Lavendelöl
  • Fruchtig: Zitronenöl oder Orangenöl
  • Aromatisch: Eukalyptusöl oder Rosmarinöl
  • Harzig/Würig: Nelkenöl oder Weihrauchöl

Für fortgeschrittene Anwender empfiehlt die Forschung, die Düfte nach 12 Wochen zu wechseln (High-Exposure Training), um neue Stimulationsreize zu setzen.

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Schritt-für-Schritt Anleitung

So funktioniert das olfaktorische Training:

  1. Gib 2–3 Tropfen des jeweiligen Öls auf einen Riechstreifen oder in ein kleines Glas
  2. Halte das Glas etwa 2–3 cm unter die Nase und atme ruhig ein
  3. Verweile 20 Sekunden bei jedem Duft und versuche, dich an den Geruch zu erinnern
  4. Mach eine kurze Pause zwischen den vier Düften
  5. Wiederhole das Training morgens und abends

Wichtig: Aktiv an den Geruch denken und sich bemühen, ihn zu identifizieren und zu beschreiben. Passives Einatmen soll weniger effektiv sein als konzentriertes, bewusstes Riechen.

Tipps und Dauer

Das Training erfordert Geduld – erste Verbesserungen können frühestens nach 4–6 Wochen auftreten, die beste Wirkung entfaltet sich laut Studienlage nach mindestens 12 Wochen.

  • 2× täglich trainieren (morgens und abends)
  • Je Sitzung alle 4 Düfte durchgehen (ca. 5 Minuten gesamt)
  • Düfte nach 12 Wochen wechseln
  • Notizbuch führen: Was nehme ich wahr? Wie intensiv?

Haeufige Fragen

Hilft olfaktorisches Training bei COVID-Anosmie?
Mehrere Studien zeigen positive Ergebnisse beim olfaktorischen Training nach viralen Riechverlust. Es gilt als eine der empfohlensten nicht-medikamentösen Maßnahmen.
Wie lange dauert das Training?
Mindestens 12 Wochen, idealerweise 6 Monate. Ergebnisse sind individuell sehr unterschiedlich.
Kann ich eigene Düfte wählen?
Ja, solange sie aus den vier Grundklassen (blumig, fruchtig, aromatisch, harzig) stammen. Wichtig ist die Konsistenz – immer dieselben Düfte für mindestens 12 Wochen.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden Riechstörungen bitte einen Arzt aufsuchen.